Das Ludwig Boltzmann Institut für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie (LBI ArchPro) ist der Durchführung von interdisziplinären Forschungsprogrammen zur Entwicklung großflächig und effizient anwendbarer Methoden und Techniken für die zerstörungsfreie Auffindung, Dokumentation, Visualisierung und Interpretation des archäologischen kulturellen Erbes gewidmet.
„Die zerstörungsfreie Dokumentation des archäologischen Erbes im Boden ist eine der größten denkmalpflegerischen Herausforderungen unserer Zeit und kann durch den Einsatz modernster Prospektionstechnologie bewerkstelligt werden. Dazu ist ein großflächiger und kombinierter Einsatz von flugzeuggetragenen Scannern aus der Luft und neuen Magnetometer- und Radarsystemen am Boden notwendig, welche sowohl das Gelände wie auch die Spuren der im Boden verborgenen archäologischen Fundstellen mit Zentimeter Genauigkeit erfassen und nach Jahrtausenden am Computerbildschirm wieder sichtbar machen. Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft bietet uns die hervorragende Möglichkeit, die dazu notwendige Grundlagenforschung und die technologische Entwicklung voranzutreiben um damit ganze archäologische Landschaften quadratkilometerweise zu erkunden.“
so der Direktor PD Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Wolfgang Neubauer.
Die technologischen als auch die methodologischen Entwicklungen des LBI ArchPro sind direkt verbunden mit einer Reihe von großflächigen Feldstudien zum Beispiel im römischen Carnuntum, den Weltkulturerbestätten Stonehenge (UK) und dem wikingerzeitlichen Birka (S) wo gesamte archäologische Landschaften oberhalb und unterhalb der Erdoberfläche untersucht und dokumentiert werden.
Das internationale Partnerkonsortium des LBI ArchPro mit Standort Wien sind die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), die Universität Wien, die Technische Universität Wien, das Amt der NÖ. Landesregierung, Airborne Technologies, das Römisch-Germanische Zentralmuseum in Mainz, die University of Birmingham (VISTA), das Riksantikvarieämbetet (RAÄ) – das Schwedische Denkmalamt und das Norsk Institut for Kulturminneforskning (NIKU) – das Norwegische Institut für Denkmalforschung. Das LBI ArchPro ist ein Forschungsinstitut der Ludwig Boltzmann Gesellschaft.
Weitere Informationen und Bildmaterial:
Direktor Wolfgang Neubauer
Tel.: 0664 60277 40304
Wolfgang [dot] Neubauer [at] archpro [dot] lbg [dot] ac [dot] at
Wurden in der Vergangenheit großflächige archäologische Ausgrabungen und Sondierungsschnitte vorgenommen um den Gesamtplan archäologischer Fundstellen zu rekonstruieren, nutzt die moderne Archäologie in immer höherem Ausmaß zerstörungsfreie, nicht-invasive Methoden der Auffindung und Kartierung des im Boden verborgenen archäologischen Erbes, wie dies auch durch die Valleta-Konvention (Council of Europe 1992) gefordert wird.
Diese Methoden wurden seit 1990 in Österreich durch das interdisziplinäre Team ZAMG Archeo Prospections® intensiv weiter entwickelt und national und international auf zahlreichen archäologischen Fundstellen zum Einsatz gebracht. Besondere Bedeutung hat im Rahmen dieser Entwicklungen die archäologische Landschaft Carnuntum eingenommen, wo im Laufe der letzten zwanzig Jahre zahlreiche international beachtete Erfolge erzielt werden konnten, wie zuletzt die Entdeckung der Gladiatorenschule.
Diese Forschungen werden in enger Zusammenarbeit mit zahlreichen nationalen und internationalen Partnerorganisationen durchgeführt. Aktuell werden von ZAMG Archeo Prospections® großflächige Messungen zur Erkundung von Ephesos (TR), des gesamten Stadtgebietes des römischen Carnuntum (A), des Umfeldes des berühmten wikingerzeitlichen Grabhügels in Gokstad (N), in dem eines der besten erhaltenen Wikingerschiffe geborgen wurde, vorgenommen. In Zusammenarbeit mit dem LBI ArchPro werden derzeit auch ganze Landschaften prospektiert, wie z.B. rund um das Steinmonument in Stonehenge oder die wikingerzeitliche Stadt Birka bei Stockholm (S), beide eingetragenes UNESCO Weltkulturerbe.
Weitere Informationen:
Klaus [dot] Loecker [at] zamg [dot] ac [dot] at
Tel. 01 36026 2526
Ein aktuelles Forschungsprojekt des LBI ArchPro, der ZAMG und der Universität Wien zur zerstörungsfreien Erkundung der archäologischen Landschaft Carnuntum.
Forschungsziel
Das Ziel des Projektes ArchPro Carnuntum ist es durch den systematischen und integrierten Einsatz zerstörungsfreier nicht-invasiver archäologischer Prospektionsmethoden, aufbauend auf den bisherigen Vorarbeiten, im Sinne einer Gesamtprospektion des römischen Carnuntum die Grundlagen für ein nachhaltiges, wissensbasiertes Management der archäologischen Landschaft Carnuntum zu erarbeiten.
Motivation
Das römische Carnuntum - die größte archäologische Landschaft Österreichs - gehört mit zu dem bedeutendsten Kulturerbe Europas. Die bis heute vergleichsweise gute Erhaltung der antiken Bodendenkmäler und die großflächige Ausdehnung von Carnuntum in einer sich dynamisch entwickelnden Region führen immer wieder zu Spannungsfeldern zwischen Denkmalschutz und notwendiger wirtschaftlicher Entwicklung. Sowohl für den Schutz der Kulturgüter, wie auch für die Raum- und Entwicklungsplanung ist die genaue Lokalisierung sowie detailliertes Wissen über die Ausdehnung und den Erhaltungszustand der archäologischen Strukturen von grundlegender Bedeutung.
Das Ausmaß der archäologischen Landschaft Carnuntum macht jedoch die Entwicklung und den systematischen Einsatz noch effizienterer Techniken und Untersuchungsmethoden notwendig, um den Herausforderungen, welche durch die dringend erforderliche Dokumentation des bedrohten archäologischen Erbes gestellt werden, gerecht zu werden. Für den großflächigen Einsatz in der archäologischen Kernzone von Carnuntum (ca. 10 Quadratkilometer) werden in den nächsten drei Jahren effiziente motorisierte Multi-Sensor Systeme eingesetzt, wie sie zur Entdeckung der Galdiatorenschule exemplarisch 2011 zum Einsatz kamen.
Forschungsprogramm
Die systematische Auswertung von Luftbildaufnahmen ist bereits abgeschlossen. Aktuelle remote sensing Verfahren wie flugzeuggetragenes Laser Scanning und Hyperspektral Scannning werden im Rahmen einer Fallstudie des LBI ArchPro in Kooperation mit dem Land NOE durchgeführt, deren Ergebnisse in das Forschungsprojekt einfließen werden. Zur Erkundung des antiken Stadtgebietes werden großflächige geophysikalische Prospektionsmessungen mit modernsten Messsystemen durchgeführt. Mit diesen Systemen ist eine effiziente flächenhafte, rasterförmige Erkundung mit Meßpunktabständen im Dezimeterbereich in kurzer Zeit möglich. Nur diese kleinen Rasterweiten kombiniert mit der höchsten Genauigkeit der Meßgeräte ermöglichen die Erkundung von archäologischen Feinstrukturen im Bereich von 10 – 50 cm.
Zur systematischen archäologischen Prospektion des römischen Stadtgebietes soll im Projektrahmen flächendeckend die magnetische Prospektion (ca. 600 ha) zum Einsatz gebracht werden. Das zentrale römische Stadtgebiet soll zusätzlich durch hochauflösende Bodenradarmessungen erfasst werden (ca. 200 ha). Das Bodenradar ermöglicht es, die im Boden verborgenen Strukturen durch den Einsatz elektromagnetischer Wellen dreidimensional zu erfassen und detailliert zu untersuchen, um den durch die Luftbildarchäologie und Magnetik geschaffenen Überblick weiter zu verdichten. In ausgewählten Gebieten sollen Ergänzungsmessungen mit elektrischen und elektromagnetischen Methoden vorgenommen werden.
Zu erwartende Ergebnisse
Eine Gesamtprospektion Carnuntums ist sowohl aus wissenschaftlicher Sicht, als auch in raumplanerisch und denkmalpflegerischer Sicht dringend erforderlich und mit einem hohen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Nutzen verbunden.
Folgende direkte Ergebnisse sind zu erwarten:
• Umfassende Bestandsaufnahme der größten archäologischen Landschaft Österreichs als Grundlage für Raumplanung und Bodendenkmalpflege
• Integration des archäologischen Erbes Carnuntum in das NÖ Geoinformationssystem
• Planungsgrundlagen für nachhaltiges Kulturerbe-Management und Öffentlichkeitsarbeit
• Vollständiger Stadtplan des römischen Carnuntum als Grundlage für virtuelle Rekonstruktionen und zukünftige Forschung
• International einzigartiges Prospektionsprojekt mit Vorbildcharakter
Das Forschungsprojekt wird für den Schutz und die wissenschaftliche Erforschung als auch für die wirtschaftliche Nutzung der größten archäologischen Zone Österreichs richtungsweisende Impulse geben und die verschiedenen Anstrengungen und Herausforderungen der Zukunft an ein zeitgemäßes und nachhaltiges Management des einzigartigen Kulturerbes Carnuntum auf klare Zielsetzungen fokussieren.
Weitere Informationen
Wolfgang [dot] Neubauer [at] archpro [dot] lbg [dot] ac [dot] at
mobil: 0664 6027740304
Die vom LBI ArchPro gemeinsam mit ZAMG Archeo Prospections® neu entwickelten Messgeräte für die archäologische Prospektion liefern dreidimensionale Bilder des Untergrundes bis in mehrere Meter Tiefe in ungeahnter Detailtreue. Eines dieser Geräte – ein motorisiertes Multikanal-Bodenradargerät wurde im Vorjahr auch in einer von Archeo Prospections® lokalisierten Verdachtsfläche in Carnuntum zum Einsatz gebracht. Das neue Bodenradarsystem basiert auf einem 16-Kanal MIRA System von Måla Geoscience und ermöglicht die Messung von bis zu 4 ha pro Tag mit einer Auflösung von 8 x 8 cm, wobei die verwendeten 400 MHz Antennen in Abhängigkeit der Bodenverhältnisse die archäologische Schichtenfolge bis zu 3 m Tiefe erkunden können. Von wesentlicher Bedeutung ist bei dieser hohen räumlichen Auflösung die zentimetergenaue Positionierung der Daten mit Hilfe neuester GPS Technologie. Die neu entwickelten Methoden erfordern angepasste Spezialsoftware zur Verarbeitung und Visualisierung der immensen Datenmengen.
Die Spezialisten der ZAMG haben durch spezielle Software-Entwicklungen wesentlich zum Erfolg dieser neuartigen und vielversprechenden Prospektionsmethode beigetragen, mit der die Gladiatorenschule in Carnuntum ohne Ausgrabung detailgenau dokumentiert und als virtuelles Modell rekonstruiert werden konnte. Derzeit wird ein zweites MIRA System zur Kartierung des Stadtgebietes des römischen Carnuntum aufgebaut. Die Methodik eignet sich selbstverständlich auch zur Auffindung moderner Strukturen, wie Bodeneingriffe, Rohrleitungen und Hohlräumen.
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Stonehenge ist eine der bekanntesten archäologischen Stätten weltweit. Bisher wurden archäologische Untersuchungen zumeist in Form von Ausgrabungen in der an vorgeschichtlichen Monumenten sehr reichen Landschaft durchgeführt. Archäologische Ausgrabungen, welche von Natur aus zerstörerische Bodeneingriffe darstellen, haben sich bisher hauptsächlich auf das zentrale Steinmonument und prominent in der Landschaft sichtbare Grabhügel konzentriert. Trotz der bereits weit zurückreichenden Forschungsgeschichte um Stonehenge ist die zwischen den bekannten Bodendenkmälern befindliche Landschaft zum Großteil archäologisches terra incognita verblieben.
Das Stonehenge Hidden Landscape Project hat die Zielsetzung innerhalb von vier Jahren die gesamte vom Hauptmonument Stonehenge aus sichtbare Landschaft unter Zuhilfenahme neuester geophysikalischer und geodätischer Meßtechnologie zerstörungsfrei auf archäologische Spuren hin zu untersuchen. Unter der Leitung von Exterten der Universität Birmingham bringt das Ludwig Boltzmann Institut für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie (LBI-ArchPro) neu entwickelte motorisierte Magnetometer und Bodenradar Systeme sowie 3D-Laser Scanner zur großflächigen, detaillierten Kartierung und Erkundung von im Untergrund verborgenen Strukturen zum Einsatz.
Bereits während der ersten Feldsaison im Sommer 2010 gelang es dem Team um Wolfgang Neubauer bedeutendes neues archäologisches Wissen über diese wichtige UNESCO Weltkulturerbestätte zu erarbeiten: unter anderem wurden die Spuren von 24 großen im Kreis angeordneten Pfostenlöchern samt einem umgebenden äußeren Ring bestehend aus Gruben entdeckt.
Die effiziente großflächige und hochauflösende Vermessung weiträumiger Gebiete erlaubt den Forschern die maßstabsgetreue Wiedergabe oberflächlich sichtbarer Denkmäler und im Boden verborgener Strukturen zur Erstellung detaillierter archäologischer Karten und Modelle der archäologischen Kulturlandschaft.
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An international team of archaeologists, geophysicists and computer specialists from the Ludwig Boltzmann Institute for Archaeological Prospection and Virtual Archaeology (LBI-ArchPro) is using the latest non-invasive technology to reveal archaeological remains hidden beneath the soil in unprecedented detail. The team’s work attracted international attention last year after locating a new wooden henge only 900 m from the great stone circle at Stonehenge, and recent finds using ground penetrating radar includes burial mounds and settlements dating from the Viking Age in Norway and Sweden. Now, the interdisciplinary team has discovered a unique Roman building complex at Roman Carnuntum, 20 km east of Vienna in Austria and this will shed new light on how Roman gladiators lived and died in the provinces alongside the river Danube.
The geophysical systems, developed and used by LBI-ArchPro and its partners, provide detailed information on the nature and location of archaeological remains and imagery of features meters below the ground. At Roman Carnuntum, one of the largest preserved archaeological landscapes of its type in Europe, the team used a novel motorized multi-antenna ground penetrating radar to explore interesting features identified on aerial photographs. The suspicious area lay to the west of the amphitheatre, which was built in the first half of the second century AD and excavated from 1923 to 1930. Following survey of this area archaeologists were astounded when the new sensors revealed an extensive building complex interpreted as a school for gladiators (latin - ludus).
The Roman amphitheatre at Carnuntum held around 13000 spectators and contemporary inscriptions claimed that it was the fourth largest amphitheatre in the Roman Empire and frequently used for gladiatorial games. Despite the extensive excavations surrounding the amphitheatre the area that contained the school of gladiators attracted little attention and the first hints that there was an important building here came from recent analysis of aerial photographs. These photographs showed the main road leading from the town towards the amphitheatre with buildings hosting shops and inns (taberna) on the eastern side. The western side generally showed no structures at all but some photographs hinted at the existence of a large building. The LBI-ArchPro team decided to investigate these shadowy traces using a high-resolution ground penetrating radar system which could cover the area in a matter of hours. The exceptional building, identified through this rapid survey as the school for gladiators, is almost unique in the Roman Empire for its size and completeness.
The gladiatorial school at Carnuntum was set within a massive compound enclosing an area of 2800 m² and set at the eastern end of a 11000 m² land parcel surrounded by a wall. The school buildings were arranged around a central inner court where ground penetrating radar revealed a circular training arena, 19 m in diameter, enclosed by a wooden stand for spectators. The foundations of a 100 m² heated training hall, an extended bath complex, the 300 m² administration and living complex of the owner of the school can be seen in the detailed images produced by radar. In contrast, the gladiators appear to have been given cells that were as little as 5 m² in size. The image of this unique building is so clear that water pipes, sewers and the remains of the floor heating system can be seen clearly, along with the access roads to the amphitheatre, entrances and the foundations of mausolea. The archaeologists believe that they have also located the gladiators’ cemetery, immediately behind a building associated with large grave monuments, stone sarcophagi and other, simpler, graves.
In scale the new detected ludus is comparable to the ludus magnus, the great School of Gladiators behind the coliseum (amphitheatrum flavium) in Rome. The sensational image of the newly discovered School of Gladiators, provided by this new technology, is so complete that it has allowed the LBI-ArchPro team to digitally recreate this unique find without digging. The result can be explored by the software Wikitude World Browser, an augmented reality application which visualizes the school of gladiators on your ipad, android, blackberry or symbian device right on site.
Additional information: http://carnuntum.7reasons.at
The Ludwig Boltzmann Institute for Archaeological Prospection and Virtual Archaeology is a research institute of the Ludwig Boltzmann Gesellschaft (www.lbg.ac.at) and was founded in 2010. The institute carries out its research activities together with several international partner organizations and aims to create a network of archaeological scientists supporting interdisciplinary research programmes for the development of large scale, efficient, non-invasive technologies for the discovery, documentation, visualisation and interpretation of Europe's archaeological heritage. The lead partners of the institute based in Vienna, are the University of Vienna (A), the Vienna University of Technology (A), the Austrian Central Institute for Meteorology and Geodynamics (A), the Province of Lower Austria (A), Airborne Technologies (A), RGZM-Roman-Germanic Central Museum Mainz (D), RAÄ-Swedish National Heritage Board (S); IBM VISTA-University of Birmingham (GB) and NIKU-Norwegian Institute for Cultural Heritage Research (N).
Contacts:
Dir. Prof. Wolfgang Neubauer, LBI-ArchPro wolfgang [dot] neubauer [at] univie [dot] ac [dot] at +43 664 8174991
Unter diesem Link können Sie die Pressefotos der aktuellen Stonehenge-Kampagne ansehen und herunterladen:
http://luftbildarchiv.univie.ac.at/resources/press-release/)
Archaeological prospection project started at Birka to explore the Viking Age site by a virtual dig
18 May 2011
A new European archaeological research initiative - the LBI ArchPro - is starting to map the entire Viking Age site Birka-Hovgården - without turning a single piece of soil. Cutting-edge technology mounted on tractors and ATV´s provides a detailed non-invasive three-dimensional look into the rich archaeological stratification at Birka - one of the first towns in Scandinavia. This large-scale study will produce a seamless virtual map of the buried remains from the Viking Age. Dwellings, storeys and, workshops, roads, fortifications and harbour constructions as well as graves and infra-structure show up clearly in ground penetrating radar data or measurements of minute variations in the Earth magnetic field. The huge data sets provide the possibility for a virtual excavation of complete settlements and landscapes within 3D computer visualisations.
Following up the last summer´s sensational find of a wooden counterpart at Stonehenge the international team of scientists from the Ludwig Boltzmann Institute for Archaeological Prospection and Virtual Archaeology (LBI ArchPro) is starting a novel archaeological research project in Sweden. The ultimate goal of the 3 years project directed by Riksantikvarieämbetet (RAÄ) is to map the entire UNESCO World Cultural Heritage Site Birka-Hovgården with latest non-invasive archaeological prospection technology from the air and on the ground. The first fieldwork phase on the ground will be conducted over the course of three weeks in May and June 2011 starting on May 23rd. The research strategy, involving high resolution radar arrays pushed by tractors and magnetometer arrays pulled by Quad ATVs, which are tracked by GPS with centimetre precision, permits the non-invasive large-scale mapping and investigation of this world heritage site in 3D.
´The project will result in considerable new information about the layout, construction and development of one of the World's best preserved Viking Age central places. Instead of time and cost expensive traditional archaeological excavations the novel LBI approach applies latest ground penetrating radar technology and highly sensitive magnetometers measuring tiny variations in the Earth magnetic field at high speed at the scale of landscapes.´ explains Prof. Wolfgang Neubauer, director of the LBI ArchPro.
´Initial test measurements at Birka conducted by RAÄ have shown that the new technology is able to show for the first time without excavations the remains of Viking houses as well as of an older town rampart in unprecedented detail. Even the remains of single wooden posts of the Viking Age buildings show up in the digital images produced from the huge amount of measurement data -all this without turning a single piece of soil. ´ says Dr. Immo Trinks from RAÄ, currently researcher at the LBI ArchPro.
The LBI ArchPro (archpro.lbg.ac.at) is a research institute of the Ludwig Boltzmann Gesellschaft (www.lbg.ac.at) and was founded in 2010. The institute carries out its research activities together with several international partner organisations and aims to create a network of archaeological scientists supporting interdisciplinary research programmes for the development of large scale, efficient, non-invasive technologies for the discovery, documentation, visualisation and interpretation of Europe's archaeological heritage. The lead partners of the institute based in Vienna, are the University of Vienna (A), the Vienna University of Technology (A), the Austrian Central Institute for Meteorology and Geodynamics (A), the Province of Lower Austria (A), RGZM-Roman-Germanic Central Museum Mainz (D), RAÄ-Swedish National Heritage Board (S); IBM VISTA-University of Birmingham (GB) and NIKU-Norwegian Institute for Cultural Heritage Research (N). The international archaeological project, which is supported by the national partners MALÅ Geoscience AB and Strömma Turism & Sjöfart AB, will apply non-invasive archaeological high-tech at international top level in order to resolve some of the Viking Age mysteries.
Contacts:
Anders Biwall,
Central Swedish Heritage Board, Contract Archaeology Service
Phone: +46-(0)10 480 8011
Email: anders [dot] biwall [at] raa [dot] se
Dr. Immo Trinks,
Ludwig Boltzmann Institute for Archaeological Prospection and Virtual Archaeology
Phone: +43-(0)699 1520 6508
Email: immo [dot] trinks [at] archpro [dot] lbg [dot] ac [dot] at
Prof. Wolfgang Neubauer
Ludwig Boltzmann Institute for Archaeological Prospection and Virtual Archaeology
Phone: +43-(0)664 6027 7403 04
Email: wolfgang [dot] neubauer [at] archpro [dot] lbg [dot] ac [dot] at
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Äußerst erfolgreicher Start eines mehrjährigen internationalen archäologischen Forschungsprojektes auf der Schwäbischen Alb
1. April 2011
Zukunftstechnologie zur Erforschung der Vergangenheit ermöglicht neue Einblicke in die komplexe Wechselwirkung von Mensch und Umwelt. Jahrtausendelange Besiedlung hat Spuren im Boden hinterlassen - Spuren welche heute mit Hilfe neuester geophysikalischer Messtechnik weiträumig sichtbar gemacht werden können.
Auf der Stubersheimer Alb nutzt ein internationales Team von Archäologen, Computerexperten und Geophysikern neueste technologische Entwicklungen zur Erkundung und Rekonstruktion vergangener Lebensbedingungen. Seltsame Gefährte fahren seit zwei Wochen über Wiesen und Äcker: was aussieht wie Traktor und Rasenmäher ist ein hochsensibles Radargerät; lange, weiße heuschreckenähnliche Anhänger gezogen von Quads registrieren kleinste Abweichungen im Erdmagnetfeld. Die Messungen zeigen Spuren längst verlassener Siedlungsplätze und anderer Überreste früherer Landnutzung.
Das 2010 gegründete Ludwig Boltzmann Institut für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie aus Wien sowie das renommierte, 1852 gegründete Römisch-Germanische Zentralmuseum in Mainz - heute weniger Museum als vielmehr ein Forschungsinstitut für Vor- und Frühgeschichte - untersuchen in Zusammenarbeit mit der staatlichen Denkmalpflege in einem mehrjährigen Forschungsprojekt ein 20 km² großes Gebiet zwischen Waldhausen und Stubersheim.
Seit dem 14. März 2011 wurden über 70 Hektar mit hochauflösenden Messungen untersucht: die erste Datenanalyse zeigt eine überraschend dicht besiedelte römische Kulturlandschaft: bei Bräunisheim wurden zwei Gutshöfe mit zahlreichen architektonischen Details erfasst, so etwa der säulenumstandene Innenhof oder die Fußbodenheizung des Badetrakts. Neben einem der Höfe wurden Strukturen entdeckt, die auf ein repräsentatives Grabmonument deuten. An der altbekannten Römerstraße vom Kastell Urspring nach Heidenheim zeigen die Datenbilder Überreste einer aus Holz errichteten Siedlung. Möglicherweise handelt es sich um die 1225 in einer päpstlichen Urkunde genannte Siedlung Wolfgerswilar.
Während Magnetometermessungen besonders geeignet sind, Gruben, Pfostenlöcher, Gräben, Feuerstellen und Eisenverhüttungsplätze nachzuweisen, ermöglichen Bodenradarmessungen dreidimensionale Kartierungen von Mauerresten und Bodeneingriffen. Durch hochpräzise Geländemodelle, die mittels Lasertechnologie von Flugzeugen aus erstellt werden, können archäologische Fundstellen auch in bewaldeten Gebieten geortet werden. Das Forschungsvorhaben widmet sich der Entwicklung zerstörungsfreier Technologien zur großflächigen Kartierung bedrohter Bodendenkmäler. Zum Einsatz kommen motorisierte Meßsysteme und satellitengestützte Positionierung in bisher unbekannter Auflösung und Genauigkeit. Da die Aussagekraft des Messbilder von ihrer Großflächigkeit abhängig ist, ist für ein Gelingen des Projektes die Abstimmung mit den Grundeigentümern von wesentlicher Bedeutung. Ihr Entgegenkommen und Interesse hat zum bisherigen Erfolg erheblich beigetragen.
Erstmals können nicht einzelne Fundstellen, sondern ganze Siedlungslandschaften archäologisch erfasst und detailliert kartiert werden. Damit ergeben sich neue Möglichkeiten zum Verständnis der komplexen Wechselbeziehungen zwischen dem Menschen und seiner Umwelt.
Kontakt:
Dr. Rainer Schreg
Römisch-Germanisches Zentralmuseum Mainz
Telefon: +49-174-4995251
E-Mail: schreg [at] rgzm [dot] de
Mag. Karolin Kastowsky
Ludwig Boltzmann Institute für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie
Telefon: +43-660 5527780
E-Mail: karolin [dot] kastowsky [at] archpro [dot] lbg [dot] ac [dot] at
Forskningsprosjekt kartlegger kulturminner gjennom ”Virtuell arkeologi” i Larvik
Oslo, 30. august 2010
Norske arkeologer var i sommer med på å avdekke et nytt ”Woodhenge” ved Stonehenge. Nå står Larvik for tur i et internasjonalt forskningssamarbeid om ”virtuell arkeologi”.
Kulturminner under bakken kartlegges i sentrale gårdsområder på Brunlanes (Aske og Berg) og Tjøllingvollen nord for Kaupang. Her er det tidligere gjort en rekke spennende funn fra vikingtid. Forskerne bruker satellittopptak, laserskanning fra fly og bakke, magnetometer og georadar. Terrenget og arkeologiske gjenstander blir kartlagt med stor nøyaktighet. Deretter kan forskerne visualisere dem på dataskjermen.
Arkeologene undersøker åkrer og terreng med motorisert utstyr påmontert instrumenter som sender signaler ned i bakken. Retursignalene de får, viser om bakken skjuler rester etter ukjente bosetninger, graver eller gamle veier. Dette uten så mye som et spadestikk i jorda. Metodeutvikling er en vesentlig del av forskningsprosjektet, og at så mange ulike metoder blir brukt på det samme arealet er spesielt. En viktig faktor er at motorisert utstyr kan dekke store arealer på relativt kort tid.
NIKU har prosjektledelse i Norge, med Larvik kommune og Kulturarv i Vestfold fylkeskommune som samarbeidspartnere. Feltarbeidet i Larvik-området foregår fra 30. august til 24. september.
De virtuelle utgravingene koordineres gjennom Ludwig Boltzmann Institute for Archaeological Prospection and Virtual Archaeology (LBI ArchPro). Prosjektet har et budsjett på 50 millioner kroner over en femårsperiode. Riksantikvaren, Vestfold fylkeskommune og NIKU bidrar også med forskningsmidler til den norske delen av prosjektet.
Partnere i det internasjonale hovedprosjektet Ludwig Boltzmann Institute for Archaeological Prospection and Virtual Archaeology (LBI ArchPro):
NIKU – Norsk institutt for kulturminneforskning
Uni Wien Universität Wien, Vienna Institute for Archaeological Science
TU Wien – Technische Universität Wien
ZAMG – Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik
NoeL – Amt der Niederösterreichischen Landesregierung
RGZM – Römisch-Germanisches Zentralmuseum Mainz
RAÄ – Riksantikvarieämbetets arkeologiska uppdragsverksamhet, UV Teknik
VISTA – Visual and Spatial Technology Centre, University of Birmingham
Mer informasjon:
http://nikuarkeologi.wordpress.com/
http://kulturarvvestfold.no/Artikkel/Prosjekter/LBI-fremtidens-arkeologi...
http://archpro.lbg.ac.at/
Kontakter i NIKU:
Leder arkeologisk avdeling Knut Paasche
Telfon: 2335 5211
Mobil: 995 11 510
knut [dot] paasche [at] niku [dot] no
Kommunikasjonsrådgiver Arild Strømmen
Telfon: 2335 5203
Mobil: 450 30 240
arild [dot] strommen [at] niku [dot] no